Mangelnde hydraulische Leistung?

  • Werte Modellbaukollegen,


    Erstmal ein frohes neues Jahr!

    In letzter Zeit beschäftigt mich die Frage, ob die Hydraulik in meinem Damitz-Kettenbagger die volle Leistung bringt, oder nicht. Das Frage ich mich aus folgendem Grund: Wenn ich den Ausleger hebe und in dieser Bewegung den Stiel nur relativ leicht anziehe bricht der Ölfluss zum Ausleger bereits ein und er bleibt fast stehen, bis das Ventil des Stils wieder geschlossen ist.


    Ich regle die Pumpendrehzahl proportional zu den einzelnen Ventilausschlägen, so wie es glaube ich heute allgemein üblich ist. Dabei war zunächst die maximale Pumpendrehzahl auf die drei Hauptfunktionen, Ausleger, Stiel und Schaufel aufgeteilt worden. Der Drehkranz wurde also noch gar nicht berücksichtigt. Das heißt, werden alle diese drei Funktionen gleichzeitig betätigt, läuft die Pumpe auf maximaler Drehzahl.

    Eine Rechnung, in der zugegeben einige Annahmen stecken, allerdings eher konservativer Natur, ergab, dass alle drei Zylinder innerhalb von 3,5s um den vollen Hub verfahren müssten. Dabei habe ich einen Volumenstrom von 800ml/min angenommen, obwohl laut Damitz eine 1000ml Pumpe verbaut ist. Diesen Wert erreichte ich aber bei weitem nicht. Allein das Heben des Auslegers um den vollen Verfahrweg benötigte etwas über 5 Sekunden.


    Also habe ich die Anteile der einzelnen Funktionen etwas nach oben korrigiert. Für Schaufel und Stiel passt das so nun auch ganz gut. Der Ausleger allerdings benötigt meiner Meinung nach immernoch zu lange. Außerdem bleibt nach wie vor das Problem mit der Überschneidung mehrerer Funktionen. Auch das klappt mit nur Stiel und Schaufel und je nach Situation auch Drehkranz relativ gut, nur der Ausleger bleibt wie schon erwähnt beinahe stehen, wenn eine zweite Funktion hinzukommt. Hierzu sei aber noch angemerkt, dass dieses Problem auftritt, wenn der Ausleger sehr schnell gehoben werden soll. Bei kleinen Bewegungen funktioniert auch das wunderbar.


    Die Firma Fumotec empfahl hierzu in einem Videotutorial, dass die Ventile nie bis auf den vollen Anschlag geöffnet werden, sondern immer ein Stück geschlossen bleiben sollten, damit ein Rückstau entsteht, der den Druck im System aufrecht erhält, sodass genau mein beschriebenes Problem nicht auftritt. Was ich dazu in manchen Videos gesehen habe scheint das dort auch ganz gut zu klappen. In meinem Fall zeigte das Vorgehen aber keine Wirkung, da selbst kleine Bewegungen einer anderen Funktion den Ausleger stark ausbremsen. Ich wollte bereits den Volumenstrom der Pumpe anhand der Umdrehungen des Oberwagens in einer Minute überprüfen. Hierzu habe ich das Schluckvolumen des Motors und die Getriebeübersetzung bei Damitz erfragt. Allerdings kann letztere mit 9:1 wohl nicht stimmen, da ich sonst auf eine Oberwagendrehzahl von 100 U/min komme. Meine Vermutung ist, dass dies nur die Übersetzung des Plantengetriebes ist und die Übersetzung Ritzel/Drehkranz vergessen wurde. Auf die Rückfrage dazu habe ich seit einigen Wochen jedoch keine Antwort erhalten. Falls hier also jemand eine Angabe machen kann würde mir das sehr weiterhelfen. Oder vielleicht kennt jemand eine andere Methode den Volumenstrom zu messen, ohne literweise Öl besorgen zu müssen.

    Der Vollständigkeit halber noch zu den Akkus; ich verwende 3S Lipos mit 4000mAh. Die Betriebsspannung bewegt sich in aller Regel zwischen 11,5V und 11,0V.



    Insgesamt stellt sich mir nun die Frage, übersehe ich etwas, oder stelle ich einfach zu hohe Ansprüche an das Modell?

    Mir ist bewusst, dass zu meiner theoretischen Rechnung in der Praxis auch diverse Verluste hinzukommen. Dennoch habe ich den Eindruck, dass die Realität etwas zu stark von der Rechnung abweicht, zumal es bei anderen Modellen mit angeblich kleineren Pumpen auch deutlich besser funktioniert.


    Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand einen neuen Denkanstoß oder Hinweis in der Sache geben könnte.



    Vielen Dank und viele Grüße


    Luis

    Grüßle


    Luis

  • Hallo Luis!


    Mal banal gefragt, hast du schonmal den bei Damitz verbauten Druckfilter gereinigt? Wenn ja, was zeigt das Manometer an wenn du den Arm anhebst bei vollem Servoausschlag und voller Drehzahl?


    Mfg Martin

  • Da es bei langsamen Bewegungen scheinbar geht und bei schnellen Bewegungen ein Zylinder gewinnt fehlt auf jeden Fall Fördervolumen.

    Frage nun: ist das Verhalten bei allen Funktionen gleichartig?

    Also zum Beispiel Löffel gewinnt immer gegen Stiel, Stiel gegen Hauptarm usw?

    Prüfe auf jeden Fall wie Martin schrieb Filter und gib mal ein paar Angaben zu Drücken bei den entsprechenden Bewegungen.


    Hab bei einem Modell es schon gehabt das der Hauptarm per Winkelstück mit Lochschraube (eine Seite da zu) einfach im Durchfluss reduziert worden ist und somit Menge und Druck im System aufrechterhalten werden könnten.

    FB:Hugo Wolf, Insta:madebytinker

    supporter von cafpro-rc-heavyduty.de

  • Hallo Ihr beiden!


    Vielen Dank für eure schnellen Ratschläge! An den Filter hatte ich überhaupt noch nicht gedacht. Ich hoffe ich habe morgen etwas Zeit dafür, dann werde ich das direkt einmal versuchen. Vielleicht bringt das ja schon den gewünschten Erfolg.

    Mit den Drücken müssen wir uns aber leider noch etwas gedulden, da ich mein Manometer erst in ein paar Tagen wieder zur Hand habe.

    Bis dahin werde ich trotzdem weiter versuchen, ob sich bestimmte Verhaltensmuster bei den einzelnen Funktionen zueinander feststellen lassen.

    Ich melde mich, sobald ich neue Erkenntnisse gewonnen habe.


    Hab bei einem Modell es schon gehabt das der Hauptarm per Winkelstück mit Lochschraube (eine Seite da zu) einfach im Durchfluss reduziert worden ist und somit Menge und Druck im System aufrechterhalten werden könnten.

    Dazu noch eine Frage, ließe sich das nicht einfach bewerkstelligen, indem man den Öffnungswinkel des Ventils begrenzt? Das sollte doch den selben Effekt haben, wenn ich deinen Vorschlag richtig verstanden habe. Ich habe das zum Beispiel beim Senken des Auslegers so umgesetzt, damit er nicht einfach zu Boden fällt, wenn man mal nicht aufpasst.

    Grüßle


    Luis

  • Ein ähnliches Problem hatte ich bei meinen 2 Ventilströmen. Zu wenig Volumenstrom. Das lag daran, das vom Tank zur Pumpe der Leitungsquerschnitt der gleiche war wie zu den Ventilen und Zylinder. Die 4mm Leitung ersetzte ich durch eine 8mm und das System war voll da.


    Der 1:8er Cat 390 von Timberjack hat für die 3 Hauptfunktionen 3 Pumpen drin. Da geht nix schief, alles auf Vollgas gleichzeitig.

  • Dazu noch eine Frage, ließe sich das nicht einfach bewerkstelligen, indem man den Öffnungswinkel des Ventils begrenzt? Das sollte doch den selben Effekt haben, wenn ich deinen Vorschlag richtig verstanden habe

    Korrekt erkannt! Wenn Block und Rückstellgenauigkeit das hergeben sollte man das auch besser so machen. In dem Beispiel war es dann doch die zuverlässigere Variante.

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  • Ein ähnliches Problem hatte ich bei meinen 2 Ventilströmen. Zu wenig Volumenstrom. Das lag daran, das vom Tank zur Pumpe der Leitungsquerschnitt der gleiche war wie zu den Ventilen und Zylinder. Die 4mm Leitung ersetzte ich durch eine 8mm und das System war voll da.


    Der 1:8er Cat 390 von Timberjack hat für die 3 Hauptfunktionen 3 Pumpen drin. Da geht nix schief, alles auf Vollgas gleichzeitig.

    An der Stelle würde ich tatsächlich auf die Erfahrung von Damitz vertrauen und behaupten, dass das schon so passt. Die Leitung zu vergrößern dürfte vermutlich auch nur mäßigen Erfolg bringen, da die Verschraubungen nach wie vor die gleichen bleiben müssten und den Querschnitt am ehesten begrenzen.

    Mehr als eine Pumpe wird leider auch schwierig, in dem Bagger geht es schon knapp genug zu :warsnicht:



    Zwischenzeitlich habe ich es geschafft den Filter zu reinigen. Rein nach Gefühl fährt sich der Bagger damit auch schon ein gutes Stück agiler. Kein Wunder eigentlich, wenn man sich den Filterkuchen anschaut:





    Aber optimal läuft das Ganze immernoch nicht, Allerdings lässt sich mittlerweile die Ausbremsung des Auslegers fast proportional in Zusammenhang mit der Bewegungsgeschwindigkeit des Stils setzen. Tatsächlich ist es so, dass sich der Stil einfach zunehmend schneller bewegt als er sollte, sobald beide Ventile offen sind. Also scheint es, als wäre der Volumenstrom nun vorhanden, aber einfach falsch verteilt.

    Ich werde dennoch, wie gehabt, eine kleine Versuchsreihe mit dem Manometer starten, sobald ich es parat habe.



    Korrekt erkannt! Wenn Block und Rückstellgenauigkeit das hergeben sollte man das auch besser so machen. In dem Beispiel war es dann doch die zuverlässigere Variante.

    Anonsten wäre das wirklich noch ein gangbarer Weg, ich denke die Ventile und Servos würden das schon mitmachen, da ich es ja auch durch die Steuerung schaffe diesen Effekt zu erzielen.

    Vielleicht kann auch jemand mit einem Damitz Bagger seine Erfahrungen damit schildern, für mich wäre das auf jedenfall sehr interessant!


    Danke nochmals an alle!

    Grüßle


    Luis