LXY RC - Bobcat S450 mit Anpassungen

  • Hallo zusammen,

    nachdem der neue Pumpenregler nun funktioniert möchte ich auch dieses Modell einmal kurz vorstellen.

    Es handelt sich um den Bobcat S450 von LXY RC, wie den meisten wohl schon bekannt.

    Bereits ziemlich zeitig nach dem Kauf wurde er mit dem Aktriebsumrüstsatz von Marcus Elicker ausgestattet. Dieser ersetzt je Seite einen Antriebsmotor mit einer zusätzlichen Übersetzungsstufe, wodurch sich das Modell langsamer, kräftiger und feinfühliger steuern lässt.

    Um auch der Optik ein wenig an den Kragen zu gehen habe ich die mitgelieferten Trennscheiben durch die Räder von LESU ersetzt. Diese haben glücklicherweise genau den selben Außendurchmesser, sind aber ein Stück breiter. Am wichtigsten jedoch, sie verfügen über das typische Profil.

    Leider unterschieden sich die Lochdurchmesser der Radnaben zwischen LESU und LXY RC um genau 1mm. Das reicht aber aus, um die Felgen nicht einfach untereinander tauschen zu können.

    Also beschloss ich den Flansch von LESU umzubauen. Das Problem an diesem ist hier, dass er eine Kernbohrung von 5mm innehat. LXY RC arbeitet bei der Kraftübertragung mit zwei angespiegelten Flächen von 3mm Abstand, sodass die LESU-Nabe einfach durchdrehen würde. Guter Rad ist also teuer, höhö.

    Meine Lösung besteht aus einer geschlitzen Hülse, welche in die LESU-Nabe eingeklebt wird. Der Schlitz soll dabei 3mm breit sein und den Formschluss zur Antriebswelle herstellen.

    Hier zu sehen die geplante Situation, in dunkelgrau die LESU-Nabe, hell die zusätzliche Hülse:


    Da ich mittlerweile mit einer kleinen Fräsmaschine samt Rundtisch ausgestattet bin, konnte ich diese Hülse selbst herstellen. Der Rundtisch fand Verwendung um den Schlitz schön mittig zu platzieren, dies erschien mir die einfachste Methode.

      

    Wie man hier sieht musste ich noch einen Absatz auf die Nabe fräsen, da diese sonst am Chassis des Modells anstehen und klemmen würde.

    Für das Ergebnis hat sich der Aufwand aber gelohnt, die Reifen tragen ihren Teil zur Optik bei:


    Wie man hier auch sieht habe ich zudem ein kleines Spielzeug gedruckt. Dieses basiert zwar grob auf einer Bürste der Firma Fliegl, allerdings ging es hier mehr um die Funktion als um die Optik. Ausgestattet mit einem handelsüblichen Staubtuch kommt man so spielerisch auch in die hintersten Winkel der eigenen Wohnung.

    Wenn ich noch geeignete Klemmelemente statt der Sechskantschrauben finde, sollte aber auch hier das Gesamtbild recht ansehnlich sein.

      

    Grüße

    Luis

  • Hallo Forum,

    ich muss dieses alte Thema nocheinmal ausgraben. Nachdem der Bobcat ein halbfertiges Dasein fristen musste, ist das Projekt nun endlich abgeschlossen.

    Auslöser war ein altes Problem, das tatsächlich seit dem Kauf bestand; das Anheben des Hubarms war leider nicht zufriedenstellend. Im unteren Bereich funktionierte alles, wie es soll, aber in der Nähe des oberen Endanschlags schien es immer so, als würde die Hydraulik gegen einen Widerstand ankämpfen. Die Bewegung wurde deutlich gebremst, obwohl die Pumpe schwer arbeitete.
    Nachdem mir dieser Umstand zunehmend auf die Nerven ging, beschloss ich der Sache endlich auf den Grund zu gehen. Urpsrünglich hatte ich vermutet, dass die Hydraulikzylinder unsauber verarbeitet waren, oder sich vielleicht etwas verklemmte. Schließlich stellte ich aber fest, dass die Schläuche der Schaufelzylinder schlicht zu kurz waren. Dadurch zogen sie ab einem gewissen Punkt am Arm und hielten diesen zurück. Zudem kann man hier auch kaum von Schläuchen reden, es handelt sich vielmehr um Plastikrohre, so steif wie diese sind.

    Ich beschloss also diese gegen entsprechend längere und weichere auszutauschen und tatsächlich war das Problem damit beseitigt.
    Bei der Gelegenheit konnte ich auch endlich die Hydraulikzylinder lackieren. Und da ich schonmal dabei war, bekamen auch die Felgen und die Motorabdeckung das passende Farbkleid. Dazu bestellte ich mir extra eine Dose des originalen Bobcat-Orange.
    Zuguterletzt wurden noch die Nassschiebeaufkleber angebracht.

    Hier die Bilder dazu:

         


    Wie man sieht ist außerdem eine Kehrmaschine als weiteres Anbaugerät dazugekommen. Hier habe ich mich passenderweise ebenfalls von Bobcat inspirieren lassen, auch wenn es kein exakter Nachbau ist.
    Sie ist technisch zwar kein großer Wurf, bringt aber viel Spielwert mit ein und ist auch noch im Haushalt nützlich.

    Interessant ist vielleicht die Bürste. Ich habe eine Spülbürste im passenden Durchmesser und dann auch noch in Rot auftreiben können. Diese besteht aus zwei ineinandergezwirbelten Drähten, zwischen welchen die Borsten eingeklemt sind.
    Diese habe ich zunächst mit Metallkleber verklebt, damit sie beim Ablängen nicht auseinanderfallen. So konnte ich die passende Länge gefahrlos zusägen.
    Auf die Enden habe ich jeweils ein 3D-gedrucktes Bauteil gesteckt, welches der Helixform folgt. In diese wurden Messingwellen gesteckt, welche wiederum in Kugellagern eingebettet sind.




    Der Antrieb erfolgt über einen Riementrieb mittels Getriebemotor. Der Motor ist in der Abdeckhaube untergebracht und in Langlöchern gelagert. So lässt sich die Riemenspannung direkt einstellen.
    Unter der Last der richtigen Spannung verbog sich die Bürste allerdings schon merklich. Somit brachte ich ein zweites Lager an der Außenseite der bürstenseitigen Riemenscheibe an, welches durch den Deckel abgefangen wird. Damit ist die Bürste von der Spannung entlastet und läuft relativ gleichmäßig.




    Damit man die mühsam herausgesuchte Bürste auch ja nicht mehr sieht, habe ich zudem alles originalgetreu mit Gummilappen verkleidet.
    Für die Stromversorgung sorgt ein kleiner Regler von CTI. Wie oben zu sehen habe ich die Kabel mehr oder weniger unsauber einfach am Ausleger entlang gelegt und den Stecker angeklebt. Es gibt sicher schönere Lösungen, aber diese erschien mir doch recht unauffällig.

    Um die Kehrschaufel zu entleeren lässt sich die Drehrichtung der Bürste umkehren. Die Haube ist klappbar mit der Schaufel verbunden und liegt auf zwei Stellschrauben auf, um den Abstand zum Boden justieren zu können. Auch das hilft beim Entleeren, da man die Haube so am Boden abstützen und die Schaufel öffnen kann..
    Bereits bei der Planung kam mir der Gedanke, dass leichte Unebenheiten im Boden den Kehrvorgang stören könnten. Ich meine damit, dass die Schaufel schnell vom Boden abhebt, wodurch der Dreck unter und nicht in die Schaufel gerät. Natürlich könnte man die Spitze einfach in den Boden drücken, aber das wollte ich dem Stabparkett nicht antun.
    Stattdessen befestigte ich einen Keil unter der Schaufel. Auch dieser wurde 3D-gedruckt, um den Boden zu schonen. Der Witz daran ist aber, dass dieser mit ein paar Millimetern Ausgleichsspiel unter der Schaufel hängt. Hebt die Schaufel leicht ab, bleibt der Keil trotzdem am Boden liegen und sorgt für eine glatt abschließende Kante:

         


    Natürlich bleibt sehr feiner Staub nach wie vor liegen, staubsaugen lässt sich damit nicht ersetzen, aber bei etwas größeren Dreckteilchen funktioniert die Schaufel einwandfrei.
    Und nun darf der Bobcat offiziell seinen Haushaltsdienst antreten.


    Grüße

    Luis