Hydraulik zu meinem Liebherr R945 S-HD Raupenbagger im Eigenbau

  • Ich eröffne mal für das Thema der Hydraulik zu meinem Raupenbagger Liebherr R945 im Eigenbau (klick) in der entsprechenden Rubrik hier im Forum. So wie der Bagger, soll auch die Hydraulik mehr oder weniger von mir selbst gebaut werden - nun, nicht alles, aber vieles. Die Zylinder, der Tank, der Kühler und auch die Drehventile möchte ich gerne selber herstellen. Pumpe, DBV, Manometer, Schläuche und Anschlüsse werden (natürlich) gekauft. Bevor es aber tatsächlich los gehen kann, habe ich mir einen Überblick über das für mich vollkommen neue Thema gemacht. U.a. habe ich mir das Buch "Hydraulik im Modellbau" von Marcel Sigrist aus dem VTH-Verlag besorgt. Grundlegende Dinge werden recht gut beschrieben, detailliert wird aber mehr oder weniger nur das hydraulische Schiebeventil beschrieben. Alle weitern Themen (u.a. Bau von Zylindern, Drehventilen) werden nur an der Oberfläche angeschnitten.

    Hier im Forum bin ich dann schon fündiger geworden. Gerade zum Bau der Zylinder habe ich bereits viele gute und hilfreiche Beiträge gefunden (z.B. zu den Zylindern, den Dichtungen und deren Bezugsquellen).

    Aber ich habe mir (u.a. für meine Bestellliste) auch meine eigenen Gedanken gemacht. Zunächst habe ich mir mein geplantes System skizziert, um einen besseren Überblich über die einzelnen Komponenten und ihre Anschlüsse zu erhalten.

    Ohne es besser zu wissen, gehe ich aktuell davon aus, dass die Hydraulik mit ca. 20bar betrieben wird. Die Zylinder (resp. die Kolben) werden 10mm Durchmesser haben, so dass diese 157N bzw. 118N (Seite der Kolbenstange) generieren könnten. Dies entspricht einer Hubleistung von 16kg bzw. 12kg. Ich glaube, dass das auch ungefähr die Parameter der fertigen (rtr) Modelle der namenhaften Hersteller sind.

    Und dann hätte ich auch gleich die erste Frage an die erfahrenen Modelbauer hier im Forum...

    Ich habe mir eine Hydraulikpumpe aus China bestellt. Hersteller ist Devil Model (!?) und da steckt dann auch der Teufel im Detail - es gibt nämlich absolut keine Dokumentation im www .

    Der BL-Motor mit 35 mm Durchmesser und einer Länge von 40mm scheint aber Potential zu haben. Leider gibt es auch hier Null Informationen zu seinen technischen Daten (kV, max. Leistung , max. Strom). Der kleine gelbe Mann aus dem Land der aufgehenden Sonne schreibt etwas von sagenhaften 80bar (8MPa) an 3s (11,1V) und eine Fördermenge von 0,8l/Minute - warten wir mal ab!

    Aber nun zu meinen Fragen:

    1.) Wenn ich auf die Pumpe von vorne schaue (so wie auf dem Bild), lass ich den Motor in welche Richtung laufen? ich persönlich hätte gesagt: im Uhrzeigersinn.

    2.) Wie werden die Anschlüsse belegt (P - Druckseite) / (T - Ansaugseite)? Bei einer Drehung im UZS hätte ich gesagt, dass der linke Anschluss P ist und der rechte Anschluss T ist.

    3.) Welches Hydrauliköl sollte ich nutzen bzw. welches nutzt Ihr? Martin Kampshoff hat z.B. zwei Öle im Angebot (HLP22 und HLP32)

    Bevor es an den Einbau in den Bagger geht, wollte ich mir erst einmal einen Testaufbau auf einem Brett machen. Es wird also spannend und ich bin gespannt, wie sich meine Pläne entwickeln werden.

    Viele Grüße, Kay

  • Hallo Kay,

    schön dass du dich für eine Hydraulik in deinem Bagger entschieden hast und nicht für irgendwelche Spindelmotoren. Das Thema Hydraulik ist im Grunde eigentlich ja gar nicht so kompliziert wie in so manchen Berichten immer postuliert wird, im Gegensatz zum Bau von Drehkolbenventilen. Da bin ich schon gespannt wie du diese Bauen möchtest, was ich auch schon sehr lange nicht mehr in einem Bericht gesehen habe. Aber die bisherigen Baufortschritte lassen ja nur Gutes vermuten.

    Zum Thema Pumpe bin ich persönlich immer etwas gegen die China Pumpen, da diese meistens recht laut und etwas undicht sind und ich mit diesen deshalb eher schlecht Erfahrungen verbinde. Da kann ich dir, falls es irgendwann mal der Fall sein sollte, nur wärmsten die Kampshoff Pumpen empfehlen, die sind wirklich gut.

    Ansonsten hast du recht mit der Belegung der T und P Seite; bei der Drehrichtung probiere ich normalerweise immer aus. Sollte sie rückwärts drehen merkt man das ziemlich schnell, besonders wenn man zum Beispiel durchsichtige Schläuche in der Ansaugung verbaut hat und stelle dann die Drehrichtung entsprechend um.

    Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen, auch wenn es bestimmt hier noch größere Experten gibt.

    Grüße Finn

    Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten :warsnicht:

  • Wg. Öl, das dünnere Öl 22 ist für ca. 3mm Schläuche gut, 4 und 6mm darfst du gerne das 32er Öl nehmen.

    32mm empfehle ich auch persönlich, da das 22er so dünn ist und im Sommer beim Vollgasbaggern zum „Schwitzen“ führen kann.

    Ich fahre am Premacon 944 knapp über 20bar wenn alles auf Block fährt, das ist schon mehr als ausreichend. Das testest du aber beim Fahren und hängt auch von der Reibung der Zylinder ab. Weniger ist immer Besser hinsichtlich langlebigkeit der Komponenten.

    Rest wurde glaube ich beantwortet. Zeichnung passt auch. :)

    Grüße

  • Ergänzung: ich habe es noch nicht getestet, aber diese Bagger haben glaube ich 4er Schläuche nach den Ventilen. Kann sein mit 3er Schläuche verlangsamst du deinen Bagger, das müsstest du mal testen, bevor du Zylinder baust und nachher ist er zu langsam wg. zu geringem Querschnitt der Schläuche

  • Ergänzung: ich habe es noch nicht getestet, aber diese Bagger haben glaube ich 4er Schläuche nach den Ventilen. Kann sein mit 3er Schläuche verlangsamst du deinen Bagger, das müsstest du mal testen, bevor du Zylinder baust und nachher ist er zu langsam wg. zu geringem Querschnitt der Schläuche

    Hallo Brauni,

    zunächst einmal vielen Dank für Deine Antwort.

    Ich habe mir dieses Jahr auf der InterModellbau in Dortmund einen vergleichbaren Bagger von Lesu bei Thicon angeschaut und die Herren am Stand haben mir viele Tipps und Informationen gegeben. U.a. sprachen wir über die Leistungen und die Arbeitsdrücke. Das Modell von Lesu ist mit 3mm (Messing-)Leistungen (innen 2mm) verrohrt und auch die Schläuche sind in 3mm (Außendurchmesser) (innen 1,7mm). Ich habe von Lesu bereits einen Schnellwechsler mit der 5-fach Hydraulikkupplung auf dem Tisch liegen und auch da sind es M3-Anschlüsse mit 3mm Schlauchnippel. Für die beiden Zylinder am Ausleger sollte ich bis zum Y-Verteiler in jedem Fall eine dickere Zuleitung wählen und das Ventil entsprechend gestalten.

    Der "Flaschenhals" aus meiner Sicht wären die Schlauchnippel, da diese einen Innendurchmesser von gerade mal 1,2mm haben.

    Die Jungs von Thicon sagten mir, dass der Arbeitsdruck bei max. 20bar liegen sollte. Über die Funke werde ich später ohnehin einen Mischer Programmieren, der die Pumpe nach bedarf laufen lässt. Somit sollten die 20bar auch nur im härtesten Einsatz anliegen (zu zumindest meine graue Theorie von einer heilen Welt :tears-of-joy:).

    Viele Grüße, Kay

  • Hallo Finn,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    Ein RC-Bagger mit Spindelmotoren ist doch ein fauler Kompromiss :partying-face: - nee, nee. Gerade wegen der Hydraulik baue ich das Modell! Und die Matscherei mit dem Öl nehme ich billigend in Kauf. Das motiviert mich, den ganzen Kram schön dicht zu bauen. Den allgemeinen Aufbau der Hydraulik sehe ich auch nicht als "Raketenwissenschaft" an - da geht was rein und da kommt was raus. Die Herausforderung wird aus meiner Sicht sein, dass das alles dicht wird und dicht bleibt (wie beim Fliegen - das Schwierigste ist die Landung und das Gefährlichste ist der Boden :olling-on-the-floor-laughing:).

    Als ich die China-Pumpe bestellt habe, gingen mir die gleichen Gedanken durch den Kopf. Ähnlich wie bei den Zahnrädern klafft zwischen "Made in Germany" und der "217 mit süß-sauer" der Faktor 7 bis 10 im Preis. Ich muss es ausprobieren und ggf. habe ich 70,- Euro in den Sand gesetzt. Es wären nicht die ersten. Sobald sich das Öl da habe und ein paar passende Schläuche, werde ich einfach mal beider Enden in den Tank halten und den Motor laufen lassen. Dann werde ich sehen und hören wie sich die Pumpe verhält und wie sie drehen muss. Danach kommt dann ein Test mit DBV und Manometer. So werde ich mich Stück für Stück herantasten.

    Viele Grüße, Kay